Schutzverband Rupertiwinkel
News vom 21. Januar 2013

Anzeige der Anrainerverbände aus Salzburg und Freilassing gegen den Flughafen Salzburg wegen Umgehung der Umweltverträglichkeitsprüfung

Die Geduld der Flughafenanrainer mit ergebnislosen „Anrainer-Dialogrunden“ und
der Hinhaltetaktik des Flughafens ist zu Ende. Trotz rechtskräftigen Bescheids für
eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wird ganz unverfroren weiter ausgebaut.
Es gibt eine lange Listen an Baumaßnahmen seit dem Jahr 2009, aber keine
Umweltprüfung und vor allem keine Rechte für die betroffenen AnrainerInnen.


Am Montag, 21.01.2013 bringen die Anrainerverbände aus Salzburg und Freilassing einen gemeinsamen Schriftsatz mit Anzeige und Anträgen bei der Salzburger Landesregierung ein.
Konkret geht es um den widerrechtlichen Betrieb des Terminal 2 und die anhaltenden
Baumaßnahmen am Flughafen unter Umgehung der erforderlichen Umweltverträglichkeitsprüfung
(UVP). Während der Flughafen nach außen von „Verzögerungen“ bei der UVP spricht, wird hinter den Kulissen ein Bauprogramm in Millionenhöhe abgewickelt.
„Wir erkennen überhaupt keine Bereitschaft des Flughafenmanagements, den wachsenden
Flughafenbetrieb endlich einer Umweltprüfung zu unterziehen. Dass der Flughafen hinter
unserem Rücken weiter ausbaut, ist rechtswidrig und inakzeptabel“, begründet die Obfrau des Salzburger Anrainerschutzverbandes, Astrid Rössler, diesen Schritt.
Weiterer Anlass für die Anzeige war ein gemeinsamer Lokalaugenschein der beiden
Anrainerverbände am Flughafen, um die Abwicklung des Wintercharterbetriebes zu
besichtigen. Am 12.01.2013 wurden mehr als 210 Flugbewegungen verzeichnet und es kam
dabei zu einer mehrstündigen Überlastung des Hauptabstellfeldes und mehrschichtigen
Warteschleifen im Raum Oberndorf/Laufen, die aus Sicht der Anrainerverbände in
Verbindung mit der vom Flughafen betriebenen „opposite runway“-Prozedur auch ein
zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen. Eine deutliche Reduktion der maximal möglichen Flugbewegungen am Salzburger Flughafen ist deshalb aus Lärm-, Gesundheits- und Sicherheitsgründen unumgänglich. Die beiden Verbände fordern zumindest eine Deckelung nach Innsbrucker Vorbild, das heißt eine Reduktion von derzeit maximal 20 auf 9 Flugbewegungen pro Stunde und eine Einschränkung der Betriebszeiten..
Dazu Bettina Oestreich vom Schutzverband Rupertiwinkel: „Die Hinhaltetaktik des
Salzburger Flughafens und das rücksichtlose Gewinnstreben auf dem Rücken der Anrainer
muss ein Ende haben. Fragen bezüglich des Ausbaus werden nicht beantwortet. Zu
Masterplänen und Umweltkennzahlen gibt es keine Aussagen. Und insbesondere das
Sicherheitsrisiko durch die spezielle Betriebsweise des Flughafens ist noch nie analysiert worden. Und die Eigentümer des Flughafens, Land und Stadt Salzburg sollen Ihrer Verantwortung nachkommen, dem Schutz der Bürger, von denen sie gewählt wurden, durch nachhaltige Maßnahmen nachzukommen. Bei all diesen Ausbaumaßnahmen sind noch nie,
wie bei privaten Baumaßnahmen üblich, die bayerischen Kommunen und Bürger mit
einbezogen worden. Wir fordern daher eine Beteiligung bei all diesen Plänen.“
Salzburg, 21.01.2013