Schutzverband Rupertiwinkel
News vom 9.März 2008

News vom 9.März 2008 Schutzverband kommentiert die Aussagen des Flughafen Salzburgs

Im Bericht der Salzburger Nachrichten: "Flughafen Salzburg wehrt sich gegen Vorwürfe" vom 7. MÄRZ 2008 nimmt der Flughafen Salzburg Stellung. Der Schutzverband kommeniert dies und hinterfragt die Argumente des Flughafens.

"In Reaktion auf die Demonstration am Samstag - organisiert von den Freilassinger Grünen - stellt der Flughafen Salzburg fest, dass zahlreiche Entlastungsmaßnahmen für die Anrainer dies- und jenseits der Grenze bereits wirken oder in Umsetzung sind."

Zuerst einmal: Die Demonstration fand erst am 8. März statt - die "Reaktion" war wohl etwas verfrüht!

SALZBURG STADT/FREILASSING (SN). In Reaktion auf die Demonstration am Samstag organisiert von den Freilassinger Grünen - stellt der Flughafen Salzburg fest, dass zahlreiche Entlastungsmaßnahmen für die Anrainer dies- und jenseits der Grenze bereits wirken oder in Umsetzung sind. Dreh- und Angelpunkt der Maßnahmen, die von Seiten des Managements im laufenden Dialogprozess mit den Anrainerverbänden in Salzburg und Bayern vereinbart wurden, ist die Verbesserung der An- und Abflugrouten.

Was ist mit "Verbesserung" gemeint? Seit mehr als 20 Jahren wird die Einrichtungen von Standard-Instrumentflug-Routen von bzw. nach Süden gefordert - nicht eine "Verbesserung" der bestehenden, ausschließlich über deutsches Gebiet führenden Flugrouten.

SN: Mehr als 99% der Starts gehen schon jetzt nicht mehr über die Stadt Freilassing, sondern werden östlich und westlich des Zentrums an den dünner besiedelten Ortsrändern vorbeigeführt.

Diese Behauptung kann nicht ernst gemeint sein - wo sind die Flugwegaufzeichnungen, die diese Zahl belegen? Die dünn besiedelten Gebiete liegen südlich des Flughafens auf Salzburger Gebiet, unmittelbar an die Prominentensiedlungen angrenzend.

SN: Speziell die West-Abflüge in Richtung Ainring werden noch nach-justiert.

Was heißt "nach-justiert"? Diese West-Abflüge führen in der Mehrzahl direkt über den Ortsteil Hofham und nicht über "dünn besiedelte Gebiete".

SN: Bei den Nord-Abflügen ist die Begradigung der "S-Kurve" nach Nord-Osten (Richtung Flachgau-Nord) codiert und wird schrittweise umgestellt.

Diese S-Kurve wird selten eingehalten und führt auch nicht zu einer signifikanten Lärmreduktion für Freilassing.

SN: Die Abflüge der Ryanair und TUIfly wurden in diesem Sinne 2007 positiv justiert.

Welcher Prozentsatz der An- und Abflüge entfällt auf diese beiden Unternehmen, vor allem an den verkehrsreichen Samstagen?
Welche Flugrouten werden von den zahlreichen Geschäftsflugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt eingehalten?

SN: Bei den Lande-Anflügen gibt es ebenso eine Neuerung. Ein lärmminderndes Sichtanflugverfahren östlich von Freilassing wird getestet. Folgen: kein Überfliegen von Freilassing und ein höheres Überfliegen der Stadt Salzburg. Das bringt weniger Lärm über Freilassing und weniger Lärm über der Stadt Salzburg.

Dieser "Testbetrieb" dauert bereits mehr als 10 Jahre, wie den Protokollen der Fluglärmkommission zu entnehmen ist. Weiterhin handelt es sich um Sichtanflugverfahren und nicht um die seit Jahren geforderten Instrument-Landeanflüge aus Süden.

SN: Die Verkürzung der Planungszeiten lauterer Kapitel III Flugzeuge von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr hatte zudem zur Folge, dass zahlreiche Airlines in der heurigen Wintersaison auf lärmarme Flugzeuge umgestiegen sind. Der Flughafen verzeichnet bei lauteren Kapitel III Luftfahrzeugen ein Minus von 16% gegenüber Winter 2006/2007.

Dieser Rückgang der Kapitel III Flugzeuge ist nicht nur in Salzburg, sondern auch an den meisten anderen europäischen Flughäfen zu verzeichnen. Weiters wurde auf Wunsch der Deutsch-Österreichischen Fluglärmkommission die Lärmmesstation nach Ainring verlegt.
Diese Verlegung der ursprünglich weitab liegenden Mess-Station hat nur 4 (vier!) Jahre gedauert und dann mehrere Monate in Anspruch genommen!

SN: Sämtliche Fluglärm-Daten sind ebenfalls seit dem Vorjahr transparent und jederzeit für jedermann auf www.stadt-salzburg.at abrufbar.

Laut dortiger Angabe handelt es sich um "ungeprüfte Rohdaten", was immer dies bedeuten mag.

SN: Das waren erste positive Ergebnisse des konstruktiven Verhandlungsprozesses im vergangenen Jahr. In diesem Sinne sind Eigentümervertreter und Flughafen-Management bemüht, weitere Verbesserungen im Sinne der Anrainer dies- und jenseits der Grenze umzusetzen.

In diesem "konstruktiven Verhandlungsprozess" ist bis heute nicht dargelegt worden, welche Ausbaupläne der Flughafen mit Macht verfolgt (siehe Beilage).

SN: Das Flughafen-Management betont, dass es aufgrund des Sturm-Tiefs Emma im heurigen Jahr nur 2 ungeplante Verspätungen nach 23 Uhr (Landungen) gegeben hat.

Hinweis: Der Deutsch-Österreichischen Staatsvertrag für den Betrieb des Salzburger Flughafens sichert das bestehende Nachtflugverbot. Änderungen des Staatsvertrages, wie von einigen politischen Vertretern in Freilassing gefordert, werden von offiziellen Regierungsstellen in Bonn, Berlin und Wien mit Hinweis auf das Nachtflugverbot stets abgelehnt.

In erster Linie sollte man eine Revision des Staatsvertrags wohl zuerst in München mit der Regierung des Freistaats Bayern diskutieren. Darüber hinaus gelten auch für Salzburg die EU Richtlinien für den Lärmschutz.