Schutzverband Rupertiwinkel
News vom 29.März 2008

News vom 29.März 2008 Belastung und Gefährdung durch den ständig steigenden Flugverkehr an den verkehrsreichen Wintersamstagen

Schutzverband Rupertiwinkel meldet Wünsche und Forderungen an.

n Charter- Verkehr 3056 Flugbewegungen gezählt. Bei einer Betriebszeit von morgens 6:00 bis nachts 23:00 bedeutet das im Mittel für Charter und Linienflüge an diesen Samstagen rund alle 4 Minuten einen Überflug von Freilassing.

Zu den Spitzenzeiten heißt das Flugbewegungen im Zwei-Minutentakt.

Die gegenwärtigen Ausbaupläne des Flughafens lassen für die Lebensqualität in Zukunft das Schlimmste befürchten. Auch verfolgt man in Salzburg offensichtlich Pläne, das Nachtflugverbot für bestimmte Anlässe aufzuweichen (z.B. zur bevorstehenden Fußball EM).

Alle bisherigen Sitzungen der Fluglärmkommission haben bis heute keine wirkliche Verbesserung der Situation gebracht. Vom Flughafen als Verbesserungen verkaufte Lärmreduktionen sind tatsächlich dem technischen Fortschritte beim Flugzeugbau zuzurechnen und nicht den Anstrengungen des Flughafens zu verdanken. Überdies werden diese Lärmreduktionen durch das stete Erhöhen der Anzahl an Flugbewegungen mehr als kompensiert.
So hat sich die Zahl der Flugbewegungen an den Skisamstagen in den letzten 8 Jahren verdoppelt.

Aus all diesen Gründen hat der Schutzverband Rupertiwinkel jetzt einen Brief an unsere bayrischen politischen Vertreter auf Landes-, Kreis- und Gemeindeebene gerichtet. Darin sind eine Reihe von Wünschen und Forderungen genannt, die zu einer merkbaren Erleichterung für Freilassing und einer gerechteren Aufteilung der Lasten führen sollen:

* Errichtung und Betrieb von zusätzlichen Lärmmess-Stationen in Freilassing durch unabhängige deutsche Sachverständige.

* Stichprobenartige Prüfung der vom Flughafen aufbereiteten Lärmmessdaten und der Lärmberichte.

* Bekanntgabe der Gesamtzahl der Flugbewegungen am Flughafen Salzburg, nicht nur der kommerziellen Bewegungen, sondern auch der allgemeinen Luftfahrt.

* Überprüfung der Praxis des dauernder Betriebsrichtungswechsel der Piste 34/16 im Hinblick auf die Sicherheit, speziell in Anbetracht der Tatsache, dass Anflug- und Abflugwege einander nahe der Stadt Freilassing kreuzen.

* Kritische Prüfung der Auswirkungen des geplanten weiteren Ausbaus der Kapazitäten des Flughafens Salzburg. Beteiligung der deutschen Gemeinden an einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die laut EU-Richtlinien vorzunehmen ist.

* Absolute Einhaltung des Nachtflugverbots über deutschem Staatsgebiet, wie im Staatsvertrag vereinbart. Einzige Ausnahmen sind Rettungsflüge und ähnliche Flüge aus humanitären Anlässen.

* Veröffentlichung der Flugwegdaten, wie dies für vergleichbare Flughäfen in Deutschland durch die DFS geschieht.

* Für den Flughafen verbindliche Festlegung der Aufteilungsquote für beide Betriebsrichtungen der Start-/Landebahn (34/16) und Beendigung der Praxis, dauernd die Betriebsrichtung zu wechseln.

* Umgehende Einrichtung der seit Jahren zugesagten Instrumentenanflüge und -abflüge nach Süden. Dabei sind die dem heutigen Stand der Technik entsprechenden Navigationsverfahren zu Grunde zu legen. GPS-gestützte Navigationsverfahren, wie die bereits weltweit im Einsatz sind und unter anderem 2005 erfolgreich in Innsbruck getestet wurden.

* Abklärung, auf welcher rechtlichen Grundlage die Ausübung der Flugsicherung im deutschen Luftraum beruht, da diese hoheitliche Aufgabe im Staatsvertrag nicht geregelt ist (siehe auch Urteile zum Flugunglück in Überlingen).

* In Anbetracht der vor vierzig Jahren herrschenden Gegebenheiten und der heutigen Sachlage wird eine Überprüfung und Revision der im Staatsvertrag vereinbarten Regelungen und Vereinbarungen gefordert, die den heutigen Bedingungen Rechnung tragen. So gilt beispielsweise seit Juni 2007 ein verschärftes Lärmschutzgesetz. Ebenso ist eine Risikoanalyse einzufordern, wie sie heute bei allen Erweiterungen und Ausbauten bestehender Flughäfen in Deutschland vorzulegen ist.